Chaos

Verließ
sie ihr Heim,
um einmal
frei zu sein,
oder um zu seh’n,
was sie kann,
ganz allein
in der Welt,
die um sie herum
zusammenfällt?

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Weg-Ziel

Manchmal muss man,
auf dem Weg zu
seinem großen Ziel,
dem ultimativen,
Umwege nehmen.
Diese können,
je nach Weg,
steinig sein oder
fast unpassierbar.
Man fürchtet,
steckenzubleiben
oder umzudreh’n.
Doch wenn man
beharrlich weiter
den Weg beschreitet,
auf dem man geht,
gerät man früher
oder auch später
irgendwie dann
an sein Ziel.

“Antigone“ – Sophokles

Zitate aus “Antigone“, Reclam 1955

ANTIGONE 

Auf die es mir ankommt, die weiß ich mir hold

ANTIGONE

Eh‘ meine Kraft versagt, geb ich nicht auf.

KREON

Das ist mein Wille. Und zu keiner Zeit / Werd ich den Schlechten vorziehn dem Gerechten.

WÄCHTER

Ich klammre mich an meinen Glauben fest: / Was ich erleide, war mir vorbestimmt.

KREON

So merke dir: Der allzu starre Sinn / Zerbricht am ehsten, und der stärkste Stahl, / Wenn man ihn überhart im Feuer glühte, / Zersplittert und zerspringt zuallererst.

HAIMON

Drum laß nicht nur die eine Denker gelten, / Die du für richtig hältst, und keine andre! / Denn wer nur selber einsichtsvoll sich dünkt, / Begabt mit Geist und Rede wie kein zweiter, / Enthüllt bei Licht besehen sich als leer. / Auch für den Klugen ist doch keine Schande, / Statt sich zu übernehmen, viel zu lernen.

HAIMON

Allein herrschst du am besten in der Wüste.